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 GIOACHINO ROSSINI

Album francais - Weltpremiere !!! 

 Composer Rossini G 1865 by Carjat600

 

Kammermusik in Rossinis Gesangsuniversum

Marmorsaal und Welturaufführung - die meisten denken bei dieser Kombination fast reflexartig an Jacques Offenbach und Operetten wie "Les Bavards" oder "Coscoletto". Was ja auch stimmt, aber nur ein Teil der Wahrheit ist: Eine Weltpremiere ganz anderer Art kann man am Mittwoch, 25. März, im Bad Emser Marmorsaal erleben. Ab 19 Uhr bringen dort hochkarätige Musiker im Rahmen des Lahnfestivals "Gegen den Strom" erstmals das "Album français" von Gioachino Rossini (1792 bis 1868) zu Gehör. Das "Album français" gehört zu Rossinis "Péchés de vieillesse" (Sünden des Alters) - einer umfangreichen Sammlung von heute meist unbekannten Werken, die der Italiener ab 1858, nach seinem Rückzug aus dem öffentlichen Opernbetrieb, komponierte. Somit gibt der Abend Einblick in das spätmusikalische Schaffen des Italieners. 

Aber nicht nur das: Rossini konzipierte den Zyklus "Péchés de vieillesse" ausschließlich zur Aufführung zu seinen Lebzeiten und ausschließlich im Rahmen der privaten musikalischen Soireen, zu denen er in seinen Pariser Salon einlud. Auch formulierte er ausdrücklich die Anweisung, diese Werke erst nach seinem Tod zu veröffentlichen, womit er ihren bekenntnishaften, spielerischen und bewusst inoffiziellen Charakter unterstrich – bestimmt für einen engen Kreis von Freunden, Künstlern und Intellektuellen. Die Kompositionen spiegeln eine intime, subtil ironische und hochraffinierte Ästhetik wider, angesiedelt an der Schnittstelle zwischen der Tradition des Belcanto, dem Geist des französischen Salons und der expressiven Freiheit privater musikalischer Schöpfung. 

Der Kammermusikabend am 25. März verfolgt das Ziel, die Atmosphäre der Pariser Salonmusik des 19. Jahrhunderts wiederzubeleben und dem ursprünglichen Geist dieser Kompositionen gerecht zu werden. In Bad Ems wird das Album erstmals seit den historischen Soireen Rossinis vollständig und in einer geschlossenen Einheit aufgeführt. 

Die Veranstaltung ist Teil eines Promotions-Forschungsprojekts der lyrischen Sängerin Cosmina Silvia Stitzl. Die in Rumänien geborene Mezzosopranistin lebt im baden-württembergischen Fellbach. 

Als weitere Interpreten sind die Sängerinnen Elena Doycheva, Gabriela Diana Matei und Pauline Zippert sowie die Sänger Daniel Zah, Ştefan Ignat und Ciprian Catalin Roman zu hören. Am Flügel begleitet Lorenzo Martini den kammermusikalischen Abend, als Dirigentin wirkt Veronica Laura Demenescu mit. 

Der Abend beginnt mit einem Einführungsvortrag des Präsidenten der Deutschen Rossini-Gesellschaft, Reto Müller. Den Abschluss bildet die Präsentation eines von Cosmina Silva Sitzl und Veronica Laura Demenescu verfassten Buchs über das "Album français". 

 Nach dem Konzert laden wir in das Foyer des Kurhauses ein. 

 

Cosmina Stitzl600 

Cosmina Silvia Stitzl ist Universitätsdozentin und lyrische Sängerin mit einer über drei Jahrzehnte währenden kontinuierlichen künstlerischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Tätigkeit im rumänischen und deutschen Kultur- und Bildungsraum. Sie wurde am 11. November 1971 in Timișoara geboren, ist rumänische Staatsbürgerin und lebt derzeit in Fellbach, Deutschland. 

Ihre universitäre Laufbahn umfasst seit 2024 die Position einer Universitätsassistentin (CDA) an der Universität „Aurel Vlaicu“ in Arad, Rumänien. Zuvor war sie als Lehrbeauftragte (CDA) an der West-Universität Timișoara tätig (2010–2011). Parallel dazu blickt sie auf eine langjährige pädagogische Tätigkeit im deutschen Musikschulwesen zurück: Seit dem Jahr 2000 ist sie als Gesangslehrerin an der CSS Musikschule Stuttgart tätig, zuvor unterrichtete sie an der Yamaha Musikschule Stuttgart sowie an der Jugendmusikschule Leonberg (1995–1999). 

Ihre künstlerisch-akademische Ausbildung absolvierte sie zunächst am Musiklyzeum „Ion Vidu“ in Timișoara, gefolgt von Studien an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien (1991–1994). Anschließend spezialisierte sie sich im Fach Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (1994–1998). Ihre wissenschaftliche Laufbahn umfasst Promotionsstudien an der Nationalen Musikuniversität Bukarest (2009–2011) sowie laufende Promotionsstudien seit 2023 an der Universität Oradea. 

 Im Rahmen ihrer künstlerischen Weiterbildung nahm Cosmina Silvia Stitzl an zahlreichen internationalen Meisterkursen teil und erhielt Stipendien für Studien bei bedeutenden Persönlichkeiten der Opernwelt, darunter Carlo Bergonzi (Spoleto, 1992), Renata Scotto (Wien, 1992) sowie William Matteuzzi im Rahmen des Festivals Rossini in Wildbad (2000–2002). Darüber hinaus war sie Initiatorin und Organisatorin mehrerer internationaler Gesangs-Meisterklassen in Deutschland und Rumänien sowie thematischer Workshops an Universitäten. 

Ihre künstlerische Laufbahn ist geprägt von einer intensiven Konzert- und Rezitaltätigkeit in Deutschland, Österreich, Italien, Spanien und Rumänien. Das Repertoire reicht von barocker Vokalmusik (Bach, Händel) über die Klassik (Mozart) bis hin zur italienischen und französischen Romantik mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem vokalen Spätwerk Gioachino Rossinis. Zwischen 1998 und 2003 war sie regelmäßig als Solistin beim Internationalen Rossini-Festival in Bad Wildbad eingeladen und wirkte an der Uraufführung, der CD-Produktion sowie an der Rundfunkübertragung der Messa di Lugo von Gioachino Rossini mit. Darüber hinaus interpretierte sie Solopartien in Opern- und Ballettproduktionen an renommierten deutschen Bühnen. 

Im Bereich der künstlerischen Forschung und Projektarbeit leitete und realisierte sie mehrere nationale und internationale Kultur- und Bildungsprojekte. Hervorzuheben ist ihre Tätigkeit als deutsche Projektpartnerin und Direktorin im Rahmen des Projekts „Observatorul profesiilor muzicale din România“ (POSDRU, 2010–2014). Weitere bedeutende Projekte wurden in Deutschland realisiert und durch öffentliche sowie private Fördermittel finanziert, mit einem klaren Fokus auf kulturelle Vermittlung, interkulturellen Dialog und musikalische Bildung. 

Ihre wissenschaftliche Tätigkeit spiegelt sich in der regelmäßigen Teilnahme an internationalen Konferenzen und Symposien wider, insbesondere in den Bereichen Musikpädagogik, Musik und Medizin, musikalische Kognition, digitale Forschung sowie zeitgenössische Musikologie. Sie ist Autorin mehrerer wissenschaftlicher Fachartikel, veröffentlicht in international indexierten Zeitschriften (BDI, CEEOL, EBSCO, ERIH+, Web of Science), mit thematischen Schwerpunkten auf musikpädagogischen Konzepten, der lyrischen Spätphase Gioachino Rossinis, digitaler Bibliotheksforschung sowie musikbiografischen Studien. 

Für ihre künstlerische Leistung wurde Cosmina Silvia Stitzl mit dem Zweiten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Gesangsinterpretation „Rossini in Bad Wildbad“ (2002) ausgezeichnet. Sie ist aktives Mitglied mehrerer internationaler Berufs- und Fachverbände, darunter die Deutsche Rossini Gesellschaft, der Bundesverband Deutscher Gesangspädagogen, die International Society for Music Education sowie verschiedene kulturelle und bildungsorientierte Organisationen in Rumänien, Deutschland und Serbien. 

 

Collage Rossini Mitwirkende 

Besetzung

Sopran / Soprano Elena Doycheva
Mezzosopran / Mezzo-soprano Cosmina Silvia Stitzl – Aurel Vlaicu University of Arad
Tenor Daniel Zah – West University of Timişoara
Bariton /Baritone Ştefan Ignat – Romanian National Opera Bucharest
Sopran II / Soprano II Gabriela Diana Matei – Romanian National Opera Timişoara / West University of Timişoara
Mezzosopran II / Mezzo-soprano II Pauline Zippert – Deutschland Germany 
Tenor II Ciprian Catalin Roman – Opera Natională Română din Timişoara / Universitatea Aurel Vlaicu din Arad/Romanian National Opera Timişoara / Aurel Vlaicu University of Arad
Bariton II / Baritone II Denis Matei – Teatrul German de Stat din Timişoara / Universitatea de Vest din Timişoara German State Theatre Timişoara / West university of Timişoara

Klavier / Piano Lorenzo Nartini – Italien / Italy
Ensembledirigentin Veronica Laura Demenescu – Aurel Vlaicu University of Arad

Besondere Gäste / Special Guests Reto Müller – Deutsche Rossini Gesellschaft 

Deutsch MIHAELA MARCU 

 

Projekt gefördert durch die G. und I. Leifheit Stiftung Nassau. 

 

Eintritt frei.

Einlaß ab 18 Uhr. 

Mittwoch, 25. März 2026 | 19:00 Uhr

BAD EMS | Marmorsaal

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